Das Landshuter Kommunalunternehmen für medizinische Versorgung (La.KUMed) baut sein Leistungsspektrum weiter aus: Zusammen mit Algesiologikum, München, und in Abstimmung mit niedergelassenen Ärzten etabliert La.KUMed am Krankenhaus Vilsbiburg ein Interdisziplinäres Zentrum für Schmerztherapie. Zusätzlich finden ambulante Schmerztherapie-Sprechstunden auch in Landshut und Rottenburg statt.
Der Vertrag wurde Mitte April unterschrieben, das Interdisziplinäre Zentrum für Schmerztherapie erstmals bei den Gesundheitstagen in Vilsbiburg den Bürgern vorgestellt. Bereits in den ersten Tagen gab es zahlreiche Anmeldungen betroffener Bürger, schon mehr als zehn Patienten ließen sich in der ersten Woche stationär im Interdisziplinären Zentrum für Schmerztherapie behandeln.
„Wenn wir oder auch die niedergelassenen Ärzte Versorgungslücken in der medizinischen Versorgung sehen, versuchen wir diese zu schließen; wie jetzt mit dem Interdisziplinären Zentrum für Schmerztherapie, in dem Patienten mit chronischen Schmerzen oder Tumorschmerzen stationär behandelt werden können und eine umfassende Therapie erhalten“, betonte Marlis Flieser-Hartl, Vorstandsvorsitzende von La.KUMed. „Mit unserem Kooperationspartner Algesiologikum und Chefarzt Dr. Hans-Helmut Gockel haben wir hervorragende, deutschlandweit anerkannte Spezialisten für die Schmerztherapie für unsere Region gewinnen können.“
Multimodale Schmerztherapie ist die effektivste Therapie bei chronischen Schmerzen
Rund 15 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Schmerzen, circa eine Million Patienten benötigen eine spezialisierte Schmerztherapie. „Für die Volkskrankheit chronischer Schmerz gibt es jedoch effektive Therapiemöglichkeiten: die multimodale Schmerztherapie“, so Reinhard Thoma, Geschäftsführer der Algesiologikum GmbH, ärztlicher Leiter des Schmerztherapiezentrums Algesiologikum und Chefarzt des Interdisziplinären Zentrums für Schmerztherapie im Diakoniewerk München-Maxvorstadt. „Die multimodale Schmerztherapie ist die effektivste Therapiemöglichkeit bei Schmerzen. Durch frühzeitige Behandlung kann auch eine Chronifizierung von Schmerzen verhindert werden.“
Schwerpunkt des Interdisziplinären Zentrums Vilsbiburg ist die multimodale Behandlung chronischer Schmerzen sowie die Behandlung von Tumorschmerzen. Schmerzen im Bereich des Bewegungsapparates wie beispielsweise der Wirbelsäule, Gelenk- und Muskelschmerzen, Nervenschmerzen, Phantom- und Stumpfschmerzen, Kopf- und Gesichtsschmerzen oder Schmerzen bei Gefäßerkrankungen werden ebenso behandelt. Die Aufnahme der Patienten kann täglich erfolgen.
Mehr Lebensqualität für Patienten
„Wichtig ist uns, den zahlreichen Schmerzpatienten zu einer höheren Lebensqualität, Flexibilität und Mobilität im Alltag zu verhelfen“, erklärt Dr. Hans-Helmut Gockel, der als Chefarzt das Interdisziplinäre Zentrum für Schmerztherapie leitet. „Jede Form von Schmerzen lässt sich mit der richtigen Therapie unter fachkundiger Anleitung behandeln und lindern.“
„Eine erfolgreiche Schmerztherapie setzt eine ausführliche Schmerzdiagnostik voraus. Deshalb nehmen wir uns für die Patienten besonders viel Zeit, um eine Schmerzanamese zu erheben und genau zu untersuchen“, so Chefarzt Dr. Gockel. Häufig finden neben dem ärztlichen Erstgespräch ein Gespräch mit einem psychologischen Schmerztherapeuten und eine physiotherapeutische Untersuchung statt. „Denn die Diagnose und Behandlung chronischer Schmerzen ist nur durch die enge Zusammenarbeit von Schmerzspezialisten unterschiedlicher Disziplinen erfolgreich, die die verschiedenen Aspekte der Erkrankung umfassend betrachten und zusammen mit den Patienten die Therapie festlegen und überwachen.“ Das multidisziplinäre Behandlungsteam in Vilsbiburg besteht deshalb unter anderem aus schmerztherapeutisch erfahrenen Ärzten verschiedener Fachdisziplinen, psychologischen Schmerztherapeuten, Physiotherapeuten und medizinischen Trainingstherapeuten, speziell ausgebildetem Pflegepersonal, Ergotherapeuten und Mitarbeitern des Sozialdienstes.
Multimodale Schmerztherapie bedeutet, dass neben rein medizinischer Schmerztherapie wie beispielsweise der Schmerzmedikation immer auch psychologische Verfahren, Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie und verschiedene Entspannungsmethoden angewendet werden. Die psychologische Schmerztherapie dient dazu, sowohl die Schmerzempfindung als auch die mit Schmerzen verbundenen Beeinträchtigungen in Alltag, Erleben und Verhalten zu verringern. Einen wichtigen Stellenwert nehmen darüber hinaus Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie ein. Methoden wie Muskelaufbautraining, Schulung der Körperwahrnehmung, Ausdauertraining, Entspannungsübungen, Biofeedback und Physikalische Therapie kommen dabei zum Einsatz. Es werden überwiegend physiotherapeutische Verfahren angewendet, die auch im Anschluss an den stationären Aufenthalt von den Patienten im Alltag selbständig weitergeführt werden können.
„Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Bürger in der Region Landshut eine hervorragende medizinische und pflegerische Behandlung erhalten und wir somit zum Wohl der Bürger beitragen“, betonte Marlis Flieser-Hartl bei der Vertragsunterzeichnung. „Ich freue mich daher sehr, dass wir mit dem Interdisziplinären Zentrum für Schmerztherapie Vilsbiburg weitere neue medizinische Leistungen für die Bürger anbieten können und bin sicher, dass wir mit der Errichtung des neuen Interdisziplinären Zentrums für Schmerztherapie die flächendeckende medizinische Versorgung nachhaltig stärken.“
Schmerzkonferenz für Ärzte
Einmal im Monat wird ab sofort auch eine Schmerzkonferenz für Ärzte angeboten, die von Dr. Gockel geleitet wird: Der erste Termin ist am 6. Mai 2010. Geplant ist, die Schmerzkonferenz, jeden ersten Donnerstag im Monat abwechselnd in Vilsbiburg und Landshut durchzuführen.
Weitere Informationen:
Interdisziplinäres Zentrum für Schmerztherapie Vilsbiburg